Home Leave

Bam, bam, bam – wir fahren wieder ham!

IMG_20160717_085531

Vom 30. Juli bis 13. August (Papa) bzw. 19. August (Mama und Franzi) sind wir wieder auf Heimaturlaub in Deutschland.

Wer sich mal treffen möchte, meldet sich

Veronika: 0173-3686359
Stefan: 0176-22003420

Bis bald!

I beg your pardon… High Tea im Raffles Hotel

Zum Abschied aus Deutschland hatten wir von meinen Ex-Kollegen in München einen Gutschein für das Raffles Hotel geschenkt bekommen. Diverse Male hatten wir schon einen Versuch unternommen und einen Tisch fürs Frühstückbuffet dort reserviert – aber aus verschiedenen Gründen immer wieder kurzfristig abgesagt.

Jetzt haben wir es endlich zum High Tea geschafft. High Tea, das heißt übersetzt: sich die Plauze vollhauen mit ungesundem Süßzeug und Dim Sum von 15:30 bis 17 Uhr. Aber in stilvoller Atmosphäre. Dresscode ist Smart Casual. Nix mit Shorts und Flipflops.

Das Raffles Hotel ist wie ein Relikt aus einer anderen Zeit, als die englischen Kolonialherren in Singapur residierten und sich möglichst ihr London in den Tropen nachbauen wollten. Berühmt ist das Raffles Hotel für zwei Ereignisse:

  • Hier wurde der letzte frei lebende Tiger Singapurs 1902 erlegt (angeblich hat er sich unter einem Billardtisch versteckt).
  • Hier wurde der Cocktail Singapore Sling erfunden.

Den Singapore Sling kann man in der Long Bar für schlappe 31 SGD trinken. Das sind knapp über 20 EUR.

Unser High Tea-Erlebnis war dann ganz nett, wobei die Auswahl der Sauereien noch etwas größer hätte sein können. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Hier ein paar Eindrücke eines entspannten Nachmittags:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das setzt natürlich Maßstäbe für die Verpflegung, wenn wir jetzt in Kürze wieder in Deutschland und bei unseren Eltern zu Gast sind… 🙂

Schon wieder Neujahr!

Grad erst den Silvesterkater auskuriert (wobei der aufmerksame Leser jetzt einwenden wird, dass wir doch auf Koh Samui vergleichsweise nüchtern und früh ins Bett gegangen sind) und schon ist wieder ein Neujahrsfest, das gefeiert werden muss. Das Chinese bzw. Lunar New Year. Der Kalender meint es dieses Jahr sehr gut mit uns und beschert uns durch zwei Feiertage am Montag und Dienstag ein langes Wochenende. Zufällig fällt das dieses Jahr auch mit dem Fasching in Deutschland zusammen.

Nach dem Jahr des Pferdes (2014), der Ziege (2015) ist es in den kommenden 12 Monaten das Jahr des Affen.

Basic RGB

Wer sich für die chinesischen Tierkreiszeichen interessiert, findet hier eine schöne Zusammenstellung über die Bedeutungen, Glückszahlen, Karriereaussichten und auch einen Rechner, in dem man sein eigenes Sternzeichen berechnen kann. Ich bin ein Dragon, Veronika ein Rooster und Franziska ein Horse…

Wie immer geht’s natürlich bei den Chinesen um Geld, Reichtum, Erfolg. Alles, was diesem Mammon förderlich ist, wird dann getan – auch wenn es noch so doof erscheint. Ein paar der Bräuche hatte ich letztes Jahr im einem Blog-Beitrag schon erwähnt: die roten Umschläge mit ein paar neuen 2-Dollar-Scheinen, der Frühjahrsputz, das Zurückzahlen der Schulden, etc.

Besonders interessant ist der Brauch, an einem bestimmten Tag, dem Farmers’s Day oder Li Chun am 4. Februar) in einem bestimmten Zeitfenster Geld aufs Konto einzuzahlen. Das bringt dann nämlich angeblich auch Reichtum (ich denke, es sollte letztlich im Idealfall mehr sein als das, was man einzahlt). Da stehen sie dann in langen Schlangen vor dem Bankschalter… Nicht alle Singapurer finden das toll, v.a. nicht diejenigen, die nur selbst schnell Geld abheben wollen.

Leider war das Wetter am langen Wochenende sehr schlecht, da wir immer noch in der Regenzeit sind. Wir waren trotzdem am Tag 1 von Chinese New Year beim sog. River Hongbao, einem seit 1986 stattfindenen Chinese New Year-Festival an der Marina Bay und am Singapore River. Eine Nachbarin von uns, die am Vorabend schon dort war, hat es „Chinesen-Kirmes“ genannt. Eigentich trifft es das ganz gut. Neben ein paar Attraktionen für Kinder und mehreren Bühnen mit Musikdarbietungen gibt es dann natürlich (Singapur!) auch eine sehr gelungene Food Street mit Essen aus allen Teilen Asiens. Richtig schön wird es nach Einbruch der Dunkelheit, wenn alles bunt beleuchtet ist. Und über allem wacht der übergroße Fortune God…

Hier ein paar Eindrücke:

DSC01827 (Large)

DSC01845 (Large)

DSC01844 (Large)

DSC01846 (Large)

DSC01859 (Large)

DSC01854 (Large)

DSC01842 (Large)

DSC01841 (Large)

DSC01847 (Large)

Wir wünschen Euch in guter alter Marc Zuckerberg-Manier ebenfalls Gong Xi Fa Cai oder ein gutes neues Jahr! Franziska heißt aber weiterhin mit zweitem Namen Maria und kriegt keinen chinesischen Vornamen…

Mal wieder richtig rennradln…

Meine (bzw. seit Vronis Wiedereinstieg im Dezember „unsere“) Rennradtouren in Singapur sind relativ monoton: Während der Woche morgens und am Sonntag geht’s entgegen dem Uhrzeigersinn nach Westen, am Samstag wird im Uhrzeigersinn nach Osten zur East Coast gefahren. Die Strecken sind fast immer dieselben. Auf einer Insel, die von Ost nach West 43km und von Nord nach Süd 23km misst, und wo der Verkehr auch nicht gerade mit dem ländlichen Niederbayern zu vergleichen ist, ist das auch nicht allzu verwunderlich. Trotzdem macht es uns immer noch viel Spaß, uns vor allem am Samstag Morgen noch vor dem Frühstück ein bisschen auszupowern.

Hin und wieder muss man aber dann doch mal wieder „richtig“ Rennrad fahren: Ohne Ampeln, richtige Berge und saubere Abfahrten. Daher bin ich am letzten Wochenende nach Thailand, genauer gesagt nach Chiang Mai im Norden Thailands geflogen. Mit drei von meinen Fahrradkumpeln haben wir dort zwei Tagestouren bei einem in Asien sehr renommierten Radreiseanbieter gebucht.

Das schöne an Chiang Mai ist, dass es neben veritablen Bergen auch ein im Vergleich zu Singapur angenehmeres Klima gibt.

Chiang Mai

Ende Januar ist man noch in der „Dry/Cool Season“, also quasi im Winter. Zwar ist es auch tagsüber heiß, aber mit einer viel trockeneren Hitze. Nachts gehen die Temperaturen dann runter bis 15 Grad und morgens ist es so richtig schön frisch. In den Bergen kann es auch tagsüber unter 20 Grad haben. Als Abwechslung zum immergleichen Singapur-Wetter schon sehr nett.

Wir sind dann mit unseren Leihbikes, einem Guide und einem Begleitfahrzeug am ersten Tag ca. 80km rund um Chiang Mai gefahren. Zwar waren bei den „rolling hills“ auch einige knackige Anstiege dabei, aber vor allem die Landschaft und das „Durchatmen“ haben mir an diesem ersten Tag den ein oder anderen Jauchzer entlockt.

Chiang Mai 01.02.16_015 (Large)

Chiang Mai 01.02.16_023 (Large)

Chiang Mai 01.02.16_046 (Large)

Zum Mittagessen gab’s dann eine Auswahl feinster Thai-Gerichte und drei sensationelle Kuchen (mein Favorit war der Coconut Cake):

Chiang Mai 01.02.16_048 (Large)

Chiang Mai 01.02.16_050 (Large)

Chiang Mai 01.02.16_051 (Large)

Der Verkehr in Thailand war ganz angenehm. Die Autofahrer vergleichsweise rücksichtsvoll. Nur diese Rowdies mit ihren Elefanten sind immer ein Ärgernis! 🙂

Chiang Mai 01.02.16_052 (Large)

Am Tag 2 war dann Schluss mit Kindergarten und wir sind auf den Doi Inthanon gefahren, den mit 2.565m höchsten Berg Thailands. Manche sagen, dass der Doi Inthanon zu den 10 anspruchsvollsten Anstiegen ganz Asiens zählt. Sogar mit dem Tour de France-Anstieg nach Alpe d’Huez wird er verglichen – mit dem Hinweis, dass die steilsten Stellen deutlich länger sind als beim Anstieg in den französischen Alpen.

Inthanon-Alpe-dHuez-Comparison
In der Tat ging es dann auch nach leichtem Einrollen schlappe 35km nur bergauf. Insgesamt 2.200 Höhenmeter mussten überwunden werden. Derjenige, der in Singapur zu Trainingswecken nur den 105m hohen Mount Faber zur Verfügung hat, kommt da schnell an seine Grenzen. Aber zum Schluss haben wir es dann alle geschafft. Oben hatte es dann sportliche 17 Grad Lufttemperatur.

Chiang Mai 01.02.16_082 - Kopie (Large)

Chiang Mai 01.02.16_083 - Kopie (Large)

Chiang Mai 01.02.16_089 (Large)

Chiang Mai 01.02.16_093 (Large)

Chiang Mai 01.02.16_103 (Large)

Alles in allem eine sehr schöne Tour und wieder mal hat Thailand mit seiner Mischung aus Landschaft, Essen und Gastfreundlichkeit überzeugt…

 

Bukit Brown Cemetery – der chinesische Dschungel-Friedhof

Nachdem wir am Neujahrstag aus unserem ruhigen Thailand-Urlaub (Bericht folgt) wieder in der hektischen Großstadt angekommen sind und erstmal keine Lust auf Shopping Mall und Menschenansammlungen hatten, haben wir uns ein Erkundungsziel ausgesucht, das schon länger auf unserer Liste stand: der Bukit Brown Cemetery, einen alten, mittlerweile sehr verwitterten chinesischen Friedhof, nicht weit von uns zu Hause weg.

Bukit Brown als Ausflugsziel ist aber mal irgendwie gar nicht nach dem Geschmack der Singapurer: So wirklich erschlossen ist der Friedhof nicht (mehr), die Eingänge sind schwer zu finden, es gibt keinerlei touristische Infrastruktur, keine öffentliche Toilette, keinen Hawker Center und auch keine sonstigen Attraktionen. Dementsprechend menschenleer ist das Areal. Wir haben eigentlich bis auf einen alten, joggenden Herrn keine Menschenseele getroffen. Ein sehr erhebendes Gefühl in der Millionenstadt!

Der Bukit Brown Friedhof war mal der größte chinesische Friedhof außerhalb Chinas. Heute werden auf dem Friedhof längst keine Bestattungen mehr durchgeführt. Aktive Friedhöfe findet man in Singapur aktuell nur noch links und rechts der Lim Chu Kang Road im äußersten Westen der Insel. Dort sind dann aber gleich alle möglichen Ruhestätten vertreten: chinesische, muslimische, christliche, jüdische, hinduistische und die von Glaubensrichtungen, von denen ich noch nie was gehört habe (z.B. Ahmadiyya Jama’at, Parsi und Bahá’í). Alles auf einem Fleck.

Nachdem der Bukit Brown Friedhof schon seit Jahren nicht mehr für neue Bestattungen benutzt wird und die Gräber auch nicht in unserem deutschen Sinne „gepflegt“ werden, hat sich der Dschungel weite Teile davon bereits wiedergeholt. Manche Gräber sind bereits total verwittert. Dafür haben sich viele Vögel hier ein Rückzugsgebiet geschaffen. Auch wilde Hunde soll es dort geben. Affen sowieso.

Hier ein paar Impressionen unseres Nachmittags:

  • Bukit Brown Cemetery 03.01.16_09 (Large)
  • Bukit Brown Cemetery 03.01.16_23 (Large)
  • Bukit Brown Cemetery 03.01.16_10 (Large)
  • Bukit Brown Cemetery 03.01.16_11 (Large)
  • Bukit Brown Cemetery 03.01.16_34 (Large)
  • Bukit Brown Cemetery 03.01.16_16 (Large)
  • Bukit Brown Cemetery 03.01.16_35 (Large)
  • Bukit Brown Cemetery 03.01.16_14 (Large)
  • Bukit Brown Cemetery 03.01.16_26 (Large)
  • Bukit Brown Cemetery 03.01.16_29 (Large)
  • Bukit Brown Cemetery 03.01.16_33 (Large)

Leider ist jedes Stück unberührte Natur in Singapur gefährdet. Auch für das Bukit-Brown-Areal gibt es schon seit den 70er Jahren „Redevelopment“-Pläne. Aktuell baut man z.B. eine neue vierspurige Straße mitten durch das Gelände. Eine U-Bahnstation „Bukit Brown“ der Circle Line gibt es auch schon, am Rande des heutigen Friedhofs. Diese ist aber derzeit einfach nur ein unscheinbarer, fensterloser Betonkasten auf einer grünen Wiese. Wenn man in 10-20 Jahren hier einmal Häuser gebaut hat, ist der U-Bahn-Anschluss bereits da und das unterirdische Netz kann an dieser Stelle ganz einfach „angezapft“ werden.

Zwar gibt es einige Lobbyisten, Natur- und Kulturliebhaber, die den Friedhof gerne im jetzigen Status konservieren würden, aber die langfristige Stadtplanung wird hier wohl den Sieg davon tragen. Einen Park zu Naherholungszwecken hat man ja mit dem Mac Ritchie Reservoir bereits gleich in der Nachbarschaft…

Weihnachten und Neujahr auf Koh Samui

Da wir ja dieses Weihnachten beschlossen haben, uns den Heimflug in die Kälte zu schenken (wobei, so kalt war es ja anscheinend gar nicht), haben wir nach einem Alternativziel gesucht. Unsere österreichischen Freunde, ebenfalls mit Kleinkind, haben sich gerne angeschlossen und nach einiger Suche (denn Weihnachten ist es auch hier nicht günstig, zu verreisen), ist unsere Wahl auf Koh Samui gefallen und wir haben uns dort für eine Woche ab dem 1. Weihnachtsfeiertag in einem Ferienhaus einquartiert. Koh Samui hat eine recht komfortable Anreise mit wenig Transferzeit und unser Apartment war auch nicht weit weg vom Flughafen.

Urlaub Koh Samui 01.01.16_019 (Large)

Urlaub Koh Samui 01.01.16_067 (Large)

Urlaub Koh Samui 01.01.16_059 (Large)Relax! Ein seltenes Bild.

Urlaub Koh Samui 01.01.16_041 (Large)

Urlaub Koh Samui 01.01.16_082 (Large)Franzi etwas skeptisch – aber auf dem Arm von Papa kann man sich schon reinwagen

Urlaub Koh Samui 01.01.16_036 (Large)Kinderarbeit, in Thailand leider keine Seltenheit

Urlaub Koh Samui 01.01.16_087 (Large)Anstrengend ist das alles!

Wir waren noch nicht auf Koh Samui und haben in diesem Urlaub auch nicht sehr viel von der Insel gesehen – der übliche Tagesablauf: Frühstück, Strand, Pool, Mittagessen, Naptime für Klein und Groß, Strand, Abendessen, Bettigehen und danach noch ein bisschen „Erwachsenenabend“. Unsere Freunde haben ihre Maid mitgenommen, was natürlich in einem Ferienhaus sehr praktisch ist, weil sie sich ein bisschen um die Küche gekümmert hat und vor allem abends auf die Kinder aufgepasst hat. Unser Haus lag ein wenig ab vom Schuss, aber einige Restaurants (sogar sehr nette, die wir allerdings erst etwas spät entdeckt haben) und ein Supermarkt waren in der Nähe. Der Strand war sehr schön ruhig und für die Kleinen gut geeignet, wobei Franzi immer noch kein wirklicher Sand-Fan ist. Vielleicht kommt das ja noch.

Urlaub Koh Samui 01.01.16_093 (Large)

Urlaub Koh Samui 01.01.16_068 (Large)Wer hat die Kokosnuss geklaut?!

Etwas negativ (dafür kann Koh Samui aber nichts) war nur, dass ich und Franzi krank geworden sind. Ich habe die Erkältung schon aus Singapur mitgebracht und Franzi hat dann auch einen Tag lang Fieber gehabt und gehustet. Richtig schlimm war es nicht, aber meine Urlaubsstimmung hat es doch getrübt!

Stefan und Carola haben aber dann noch einen Tauch-Trip unternommen (die haben also mehr gesehen) und ich war auch nochmal auf einem Erkundungsspaziergang in der nächstgrößeren Stadt.

Urlaub Koh Samui 01.01.16_029

Urlaub Koh Samui 01.01.16_024

Außerdem haben wir einen netten Abend im Fisherman’s Village, einer Strandpromenade mit Kneipen und Shops (aber recht angenehm) verbracht, bei dem sogar die Kids dabei waren und sich verhältnismäßig gut betragen haben.

Urlaub Koh Samui 01.01.16_049 (Large)Mango Sticky Rice – the best!! Riesenportion mit einer ganzen Mango drauf.

Urlaub Koh Samui 01.01.16_008 (Large)Nochmal Sticky Rice in der scharfen Variante mit BBQ Chicken Wings und Mango Salat

Urlaub Koh Samui 01.01.16_072 (Large)Zwei Tage vor Abflug haben wir dann auch die gute Kaffeebude gefunden… davor waren wir mit Koffein gefährlich unterversorgt!

Urlaub Koh Samui 01.01.16_078 (Large)

Urlaub Koh Samui 01.01.16_018 (Large)

Urlaub Koh Samui 01.01.16_076 (Large)Sunshine, Baby.

Silvester haben wir auch entspannt mit einem großen Thaifood-Gelage, diversen Cocktails und Beobachten von Feuerwerk aus der Ferne verbracht… Man wird ja älter und die Mäuse sind trotz Neujahr um 6 wach… hätte man sich früher auch nicht vorstellen können.

Alles in allem eine supertolle Woche und wenn man sich in Koh Samui nicht die großen Resorts aussucht, gibt es auch genug „echtes“ Thailand.

Jahresrückblick 2015

Nun ist es ja bereits einige Zeit her seit meinem letzten Blogeintrag – seitdem hat sich einiges getan. Das Jahr ist wie im Flug vergangen, was wohl auch an der fehlenden Orientierung durch Jahreszeiten liegt. Frühling, Sommer, Herbst und Winter ist hier fast gleich 😉

Zunächst mal zum unbestrittenen Hauptdarsteller in unserem Leben – Franzi hat sich dieses Jahr vom Baby zum Kleinkind „ausgewachsen“ und mittlerweile ist nichts mehr vor ihr sicher. Kaum zu glauben, letztes Weihnachten war sie noch ein Krabbelkind! Gut, dass wir keinen Christbaum haben, denn das wäre wahrscheinlich etwas nervenaufreibend. Sie klettert sogar über Kinderschutzgitter und ihr Bettgitter, welches wir dann aus Sicherheitsgründen abmontiert haben. Tagsüber schlafen ist auch nicht ihr Ding, der Mittagsschlaf dauert gerade noch eine bis anderthalb Stunden. Dafür geht sie abends aber auch bereitwillig ins Bett und schläft bis morgens durch. Momentan sind wir meistens vormittags auf einem Spielplatz, nachmittags im Pool oder bei einem sog. Playdate. Ab Februar nächsten Jahres wird sie halbtags einen Montessori-Kindergarten besuchen und dort in der Playgroup hoffentlich nette Spielkameraden haben.

DSC01106

DSC01202

Dann gab es ja im Februar auch noch einen weiteren „Neuzugang“ in unserer Familie. Beth (Elizabeth) unterstützt uns im Haushalt und passt auf Franzi auf – wir haben mit ihr rückblickend wirklich großes Glück gehabt und sind froh, dass sie bei uns wohnt. Sie ist 49 Jahre jung, kommt von den Philippinen und wir verstehen uns richtig gut mit ihr. Wir haben ja gezielt nach jemand mit mehr Erfahrung (v.a. mit kleinen Kindern) gesucht und man merkt, dass sie Spaß mit Franzi hat. Für Franzi ist sie eine dritte Bezugsperson, wenn die Mama aus dem Haus geht, gibt es beispielsweise keine Tränen. Es ist natürlich auch vor allem aus deutscher Sicht ein wahnsinniger Luxus, so viel Hilfe zu haben und wir versuchen, uns dessen immer bewusst zu sein.

Stefan hat ja hier schon mehrfach von seinen Biketouren in Singapur berichtet. Mittlerweile hat er hier auch keine „Me-Time“ mehr, denn ich habe seit ein paar Wochen nun auch ein neues Rennrad und bin schon ein paar Mal mitgefahren. Und es macht tatsächlich viel Spaß und die Bike-Gang ist auch sehr nett. Eine gute Gelegenheit, was „ohne Kind“ zu unternehmen und neue Ecken von Singapur zu erkunden.

IMG_20150228_080145

Bei mir hat es ja trotz intensiver Bemühungen bisher nicht mit einem lokalen Job geklappt, was auf Dauer relativ frustrierend war. Allerdings habe ich nun auch in eine andere Richtung weiter gearbeitet und ein eigenes kleines Unternehmen gegründet – www.sundaykids.sg. Unter diesem Label stelle ich mit Hilfe von zwei Singapurer Damen Kinderwagenauflagen und -Accessoires her, das ist in Singapur meiner Meinung nach eine Marktlücke, da die Kids im Kinderwagen viel schwitzen und die Auflagen der Kinderwagen-Hersteller aus Synthetikstoffen und schlecht waschbar sind. Zusätzlich sind meine Auflagen natürlich auch noch ein Hingucker 😉 Das Business läuft erst seit Oktober und die ersten Monate waren recht vielversprechend, vielleicht ist das also durchaus eine Alternative und außerdem bleibt immer noch Zeit für Ausflüge mit Franzi, denn gearbeitet werden kann auch, wenn sie schon im Bett ist.

Schaut doch mal auf meiner Webseite vorbei, meinem Etsy-Shop oder auf meiner Sunday Kids-Facebook-Seite. Vielleicht verkaufe ich auch bald über die in Deutschland bekanntere Plattform Dawanda, um die deutsche Kundschaft besser zu bedienen.

Sunday Kids Final-Logo-Color_03

_MG_5528_work

Dann hatten wir dieses Jahr auch noch einige Besuche – Stefans Vater, meine Mutter mit meiner Patentante, mein Vater und Regina, Stefans Cousin und einige weitere Freunde waren bei uns, was uns die Gelegenheit gegeben hat, weitere Attraktionen von Singapur zu erkunden und unsere neue Heimat „herzuzeigen“.

P1040640

DSC01314

P1040834

Und im Januar und August waren wir auch in Deutschland – krasse temperaturmäßige Gegensätze, im Januar bei ziemlichen Minusgraden und im August bei ähnlich heißem Wetter wie in Singapur. Den Home Leave im August haben wir sehr genossen – es war fast so, als wären wir nie weggegangen und wir hätten geradewegs in unsere Wohnung in der Steinstraße zurückfahren können.

IMG_20150203_155411 (Large)

DSC01406

DSC00863

Im Herbst gab es dann noch den sogenannten „Haze“, giftigen Rauch durch die Brandrodung von Wald- und Sumpfgebieten in Indonesien, der dieses Jahr besonders schlimm war und über zwei Monate ganz Südostasien geplagt hat. Wir hoffen, dass das nun mit der Regenzeit erledigt ist und dass die Feuer dort unten nicht wieder aufflammen, was die Medien allerdings bereits vorausgesagt haben.

Ansonsten seid Ihr ja durch den Blog einigermaßen auf dem Laufenden, was hier das Jahr über so passiert ist. Unsere Weihnachtsfotos von der Orchard Road sind auch online – so ist Weihnachten eben hier, ein Mix aus Kitsch und Konsum, wie eigentlich überall 😉 Heute werden wir noch ins Krippenspiel mit Franzi gehen, danach gibt es dann das traditionelle Weihnachtsessen von meiner Oma (Sauerkraut und Würstl mit Erbsenpüree), Geschenke und eine Skype-Runde mit den Großeltern. Morgen fliegen wir dann ganz untraditionell nach Koh Samui mit Freunden und deren gleichaltriger Tochter und werden dort noch die restlichen Feiertage und Silvester unter Palmen verbringen.

Auf ein ebenso ereignisreiches Jahr 2016!

Eure Vroni (mit Stefan und Franzi)

Weihnachtsstimmung auf der Orchard Road

Weihnachten in Deutschland ist ja gedanklich eng mit Winter, Schnee und Glühwein verknüpft. Dank der amerikanischen Weihnachtsfolklore hat sich dieses Bild auch weltweit durchgesetzt: White Christmas, Jingle Bells mit seinem Pferdeschlitten, Chestnuts Roasting On An Open Fire… Dabei ist mindestens mal auf der einen Hälfte der Erde im Dezember Sommer. Und auch von Deutschland höre ich, dass dieses Jahr hinsichtlich Schnee und Minustemperaturen eher weniger geboten ist.

In Singapur beschränkt sich die Weihnachtsstimmung mangels Temperaturen unter 25 Grad (siehe trotzdem unseren Beitrag zum Thema Winter bzw. Monsoon Season) auf die üblichen, teilweise amerikanischen/globalen Klischees: Weihnachtslieder überall (wobei Last Christmas unterrepräsentiert ist), geschmückte Christbäume schon ab November und vor allem Weihnachtsbeleuchtung im Übermaß. Übel nehmen darf man es dem Singapurer nicht: Zwar sind ca. 20% der Singapurer christlichen Glaubens, feiern aber nach Staatsräson die Feiertage aller Religionen gleichberechtigt. Da geht’s dann fast nahtlos vom indischen Lichterfest Deepavali im November über in die Weihnachtszeit und ab Januar laufen schon die Vorbereitungen für Chinese New Year. Weihnachten ist halt eines von vielen Festen, an denen man auch einen Feiertag mitnehmen kann, aber ansonsten seinen Hobbies nachgeht: Essen und Shopping.

Wir waren gestern extra wegen der Weihnachtsdekoration auf der Orchard Road, der Haupteinkaufsstraße Singapurs, und haben ein paar Fotos geschossen. Schon beeindruckend, obwohl manchmal die Grenzen zum Kitsch schon deutlich überschritten werden. Hat ein bisschen was von New York City, aber ohne dass man sich den A… abfrieren muss.

Hier ein paar Impressionen zum Durchklicken:

Diese Diashow benötigt JavaScript.