Mal wieder richtig rennradln…

Meine (bzw. seit Vronis Wiedereinstieg im Dezember „unsere“) Rennradtouren in Singapur sind relativ monoton: Während der Woche morgens und am Sonntag geht’s entgegen dem Uhrzeigersinn nach Westen, am Samstag wird im Uhrzeigersinn nach Osten zur East Coast gefahren. Die Strecken sind fast immer dieselben. Auf einer Insel, die von Ost nach West 43km und von Nord nach Süd 23km misst, und wo der Verkehr auch nicht gerade mit dem ländlichen Niederbayern zu vergleichen ist, ist das auch nicht allzu verwunderlich. Trotzdem macht es uns immer noch viel Spaß, uns vor allem am Samstag Morgen noch vor dem Frühstück ein bisschen auszupowern.

Hin und wieder muss man aber dann doch mal wieder „richtig“ Rennrad fahren: Ohne Ampeln, richtige Berge und saubere Abfahrten. Daher bin ich am letzten Wochenende nach Thailand, genauer gesagt nach Chiang Mai im Norden Thailands geflogen. Mit drei von meinen Fahrradkumpeln haben wir dort zwei Tagestouren bei einem in Asien sehr renommierten Radreiseanbieter gebucht.

Das schöne an Chiang Mai ist, dass es neben veritablen Bergen auch ein im Vergleich zu Singapur angenehmeres Klima gibt.

Chiang Mai

Ende Januar ist man noch in der „Dry/Cool Season“, also quasi im Winter. Zwar ist es auch tagsüber heiß, aber mit einer viel trockeneren Hitze. Nachts gehen die Temperaturen dann runter bis 15 Grad und morgens ist es so richtig schön frisch. In den Bergen kann es auch tagsüber unter 20 Grad haben. Als Abwechslung zum immergleichen Singapur-Wetter schon sehr nett.

Wir sind dann mit unseren Leihbikes, einem Guide und einem Begleitfahrzeug am ersten Tag ca. 80km rund um Chiang Mai gefahren. Zwar waren bei den „rolling hills“ auch einige knackige Anstiege dabei, aber vor allem die Landschaft und das „Durchatmen“ haben mir an diesem ersten Tag den ein oder anderen Jauchzer entlockt.

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Zum Mittagessen gab’s dann eine Auswahl feinster Thai-Gerichte und drei sensationelle Kuchen (mein Favorit war der Coconut Cake):

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Der Verkehr in Thailand war ganz angenehm. Die Autofahrer vergleichsweise rücksichtsvoll. Nur diese Rowdies mit ihren Elefanten sind immer ein Ärgernis! 🙂

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Am Tag 2 war dann Schluss mit Kindergarten und wir sind auf den Doi Inthanon gefahren, den mit 2.565m höchsten Berg Thailands. Manche sagen, dass der Doi Inthanon zu den 10 anspruchsvollsten Anstiegen ganz Asiens zählt. Sogar mit dem Tour de France-Anstieg nach Alpe d’Huez wird er verglichen – mit dem Hinweis, dass die steilsten Stellen deutlich länger sind als beim Anstieg in den französischen Alpen.

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In der Tat ging es dann auch nach leichtem Einrollen schlappe 35km nur bergauf. Insgesamt 2.200 Höhenmeter mussten überwunden werden. Derjenige, der in Singapur zu Trainingswecken nur den 105m hohen Mount Faber zur Verfügung hat, kommt da schnell an seine Grenzen. Aber zum Schluss haben wir es dann alle geschafft. Oben hatte es dann sportliche 17 Grad Lufttemperatur.

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Alles in allem eine sehr schöne Tour und wieder mal hat Thailand mit seiner Mischung aus Landschaft, Essen und Gastfreundlichkeit überzeugt…

 

Jahresrückblick 2015

Nun ist es ja bereits einige Zeit her seit meinem letzten Blogeintrag – seitdem hat sich einiges getan. Das Jahr ist wie im Flug vergangen, was wohl auch an der fehlenden Orientierung durch Jahreszeiten liegt. Frühling, Sommer, Herbst und Winter ist hier fast gleich 😉

Zunächst mal zum unbestrittenen Hauptdarsteller in unserem Leben – Franzi hat sich dieses Jahr vom Baby zum Kleinkind „ausgewachsen“ und mittlerweile ist nichts mehr vor ihr sicher. Kaum zu glauben, letztes Weihnachten war sie noch ein Krabbelkind! Gut, dass wir keinen Christbaum haben, denn das wäre wahrscheinlich etwas nervenaufreibend. Sie klettert sogar über Kinderschutzgitter und ihr Bettgitter, welches wir dann aus Sicherheitsgründen abmontiert haben. Tagsüber schlafen ist auch nicht ihr Ding, der Mittagsschlaf dauert gerade noch eine bis anderthalb Stunden. Dafür geht sie abends aber auch bereitwillig ins Bett und schläft bis morgens durch. Momentan sind wir meistens vormittags auf einem Spielplatz, nachmittags im Pool oder bei einem sog. Playdate. Ab Februar nächsten Jahres wird sie halbtags einen Montessori-Kindergarten besuchen und dort in der Playgroup hoffentlich nette Spielkameraden haben.

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Dann gab es ja im Februar auch noch einen weiteren „Neuzugang“ in unserer Familie. Beth (Elizabeth) unterstützt uns im Haushalt und passt auf Franzi auf – wir haben mit ihr rückblickend wirklich großes Glück gehabt und sind froh, dass sie bei uns wohnt. Sie ist 49 Jahre jung, kommt von den Philippinen und wir verstehen uns richtig gut mit ihr. Wir haben ja gezielt nach jemand mit mehr Erfahrung (v.a. mit kleinen Kindern) gesucht und man merkt, dass sie Spaß mit Franzi hat. Für Franzi ist sie eine dritte Bezugsperson, wenn die Mama aus dem Haus geht, gibt es beispielsweise keine Tränen. Es ist natürlich auch vor allem aus deutscher Sicht ein wahnsinniger Luxus, so viel Hilfe zu haben und wir versuchen, uns dessen immer bewusst zu sein.

Stefan hat ja hier schon mehrfach von seinen Biketouren in Singapur berichtet. Mittlerweile hat er hier auch keine „Me-Time“ mehr, denn ich habe seit ein paar Wochen nun auch ein neues Rennrad und bin schon ein paar Mal mitgefahren. Und es macht tatsächlich viel Spaß und die Bike-Gang ist auch sehr nett. Eine gute Gelegenheit, was „ohne Kind“ zu unternehmen und neue Ecken von Singapur zu erkunden.

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Bei mir hat es ja trotz intensiver Bemühungen bisher nicht mit einem lokalen Job geklappt, was auf Dauer relativ frustrierend war. Allerdings habe ich nun auch in eine andere Richtung weiter gearbeitet und ein eigenes kleines Unternehmen gegründet – www.sundaykids.sg. Unter diesem Label stelle ich mit Hilfe von zwei Singapurer Damen Kinderwagenauflagen und -Accessoires her, das ist in Singapur meiner Meinung nach eine Marktlücke, da die Kids im Kinderwagen viel schwitzen und die Auflagen der Kinderwagen-Hersteller aus Synthetikstoffen und schlecht waschbar sind. Zusätzlich sind meine Auflagen natürlich auch noch ein Hingucker 😉 Das Business läuft erst seit Oktober und die ersten Monate waren recht vielversprechend, vielleicht ist das also durchaus eine Alternative und außerdem bleibt immer noch Zeit für Ausflüge mit Franzi, denn gearbeitet werden kann auch, wenn sie schon im Bett ist.

Schaut doch mal auf meiner Webseite vorbei, meinem Etsy-Shop oder auf meiner Sunday Kids-Facebook-Seite. Vielleicht verkaufe ich auch bald über die in Deutschland bekanntere Plattform Dawanda, um die deutsche Kundschaft besser zu bedienen.

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Dann hatten wir dieses Jahr auch noch einige Besuche – Stefans Vater, meine Mutter mit meiner Patentante, mein Vater und Regina, Stefans Cousin und einige weitere Freunde waren bei uns, was uns die Gelegenheit gegeben hat, weitere Attraktionen von Singapur zu erkunden und unsere neue Heimat „herzuzeigen“.

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Und im Januar und August waren wir auch in Deutschland – krasse temperaturmäßige Gegensätze, im Januar bei ziemlichen Minusgraden und im August bei ähnlich heißem Wetter wie in Singapur. Den Home Leave im August haben wir sehr genossen – es war fast so, als wären wir nie weggegangen und wir hätten geradewegs in unsere Wohnung in der Steinstraße zurückfahren können.

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Im Herbst gab es dann noch den sogenannten „Haze“, giftigen Rauch durch die Brandrodung von Wald- und Sumpfgebieten in Indonesien, der dieses Jahr besonders schlimm war und über zwei Monate ganz Südostasien geplagt hat. Wir hoffen, dass das nun mit der Regenzeit erledigt ist und dass die Feuer dort unten nicht wieder aufflammen, was die Medien allerdings bereits vorausgesagt haben.

Ansonsten seid Ihr ja durch den Blog einigermaßen auf dem Laufenden, was hier das Jahr über so passiert ist. Unsere Weihnachtsfotos von der Orchard Road sind auch online – so ist Weihnachten eben hier, ein Mix aus Kitsch und Konsum, wie eigentlich überall 😉 Heute werden wir noch ins Krippenspiel mit Franzi gehen, danach gibt es dann das traditionelle Weihnachtsessen von meiner Oma (Sauerkraut und Würstl mit Erbsenpüree), Geschenke und eine Skype-Runde mit den Großeltern. Morgen fliegen wir dann ganz untraditionell nach Koh Samui mit Freunden und deren gleichaltriger Tochter und werden dort noch die restlichen Feiertage und Silvester unter Palmen verbringen.

Auf ein ebenso ereignisreiches Jahr 2016!

Eure Vroni (mit Stefan und Franzi)

PADI Open Water Diver

Als wir kürzlich bei unserem langen Wochenende auf Bali nach langer Zeit mal wieder beim Schnorcheln waren (wo wir mit den Mantarochen geschwommen sind) und ich mich auf der Bootsfahrt lange mit einem Typen unterhalten habe, der schon seit über 20 Jahren taucht, haben wir beschlossen, uns mal hinsichtlich Tauchschein zu informieren. Da kommt vor allem der PADI Open Water Diver in Frage, mit dem man dann überhaupt sich Ausrüstung leihen und bis zu einer Tiefe von 18m tauchen darf.

Das bietet sich natürlich an, da wir mit Singapur sehr nahe bei sehr guten Tauchspots wohnen (Bali, Lombok, Thailand, Malaysia, etc.) und Tauchen sowieso auf der Liste stand, haben wir Nägel mit Köpfen gemacht, meinen Spezl Tim noch gefragt und haben uns spontan bei einer der zahlreichen PADI-Tauschschulen in Singapur angemeldet. Bei Marlin Divers, die mir von einem Fahrrad-Bekannten empfohlen wurden. Das Programm sollte wie folgt aussehen:

  1. Theorie pauken (am besten online über ein eLearning oder eine Tablet-App)
  2. eine Poolsession (zum Erlernen der wichtigsten Techniken und Vorbereitungen der Drills, die man dann im „richtigen“ Wasser macht
  3. 2×2 Tauchgänge im offenen Wasser

Die Theorie hat dann auch mehr Aufwand gekostet als vorher gedacht, aber insgesamt ist es schon sehr wichtig, dass man über die ganzen Fakten Bescheid weiß. So ganz easy ist das alles am Anfang nicht.

Die Pool-Session am Mittwoch Abend musst ich dann mit meinem „Buddy“ Tim alleine machen, da Vroni wegen akuter Erkältung ausgefallen war und wir ja in der Theorie gelernt hatten, dass man mit Erkältung auf keinen Fall tauchen darf. (Leider hatte sich dann bei Vroni herausgestellt, dass sie wegen ihres allergischen Asthmas besser doch nicht tauchen sollte. Zwei Ärzte haben das nach speziellen Salzwasser-Reaktionstests nochmal bestätigt, worauf sie schweren Herzens das Thema jetzt erst mal an den Nagel gehängt hat. Sicherheit geht vor. Und man will unter Wasser wahrscheinlich wirklich keinen Asthmaanfall bekommen…)

Zwar hatte man uns vorher gesagt, dass viele ihre ersten Atemzüge unter Wasser nie vergessen werden, das Hochgefühl hat sich da aber bei mir noch nicht eingestellt. Ich war zu beschäftigt mit dem ganzen Equipment (BCD, First Stage, Regulator, Alternate Air, SPG, etc. – im Anschluss habe ich mich mal online auf einer deutschen Tauchshop-Webseite schlaugemacht und da heißt natürlich alles wieder ganz anders, sehr verwirrend…).

Unsere Open Water-Tauchgänge am Wochenende (Samstag und Sonntag) wurden ganz komfortabel auf Pulau Hantu durchgeführt. Das ist eine kleine Insel vor Singapur, die man in 20min mit dem Boot gut erreicht.

Zwar ist das von der Unterwasser-Sichtweite kein Vergleich mit den glasklaren Gewässern anderer Reviere, aber anscheinend gibt es dort auch recht viel Unterwasserleben zu sehen. Das Wasser ist trotz des Schifffahrtsverkehrs und der Nähe zu diversen Ölraffinerie-Inseln auch nicht wirklich dreckig, sondern enthält einfach viel Plankton und der Boden besteht aus sehr feinem Sand, was beides die Sicht etwas trübt. Egal, denn es geht bei den Open Water Dives ja auch nicht ausschließlich um den Genuss, sondern darum, dass man etwas lernt und die verschiedenen Drills meistert.

Auch beim Tauchen gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Um kurz nach 7 Uhr morgen haben wir uns schon am Yachthafen getroffen.

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Nach dem dann die Ausrüstung gecheckt und sicher verstaut wurde, gab’s die ersten Einweisungen unserer Tauchlehrerin E Lin.

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Bei der Fahrt nach Hantu muss man dann erst mal am Containerhafen vorbei und kreuzt eine sehr stark befahrene Schifffahrtsstraße.

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Pulau Hantu selbst ist dann eigentlich ganz schön. Auf der einen Seite hat man die Insel…

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… auf der anderen Seite (keine 500m entfernt) Pulau Bukom, eine Insel, die komplett von der Firma Shell in Beschlag genommen ist.

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Dann ging’s ans Tauchen und das war dann ähnlich wie im Pool erstmal sehr „technisch“ und weniger „Spaß“, wobei ich es nach anfänglicher Eingewöhnung dann durchaus genossen habe. Mittagspause haben wir dann auf der Insel gemacht. Eigentlich sehr nett dort…

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Und nach den zwei Tauchtagen darf ich mich nun Open Water Diver nennen und in die Unterwasserwelt eintauchen. Meine PADI-Card ist bereits unterwegs. Im nächsten Urlaub in der Region wird auf alle Fälle getaucht! Und Vroni unterstützt mich als Buddy an Land oder auf dem Boot (die Theorie hat sie ja inkl. der Tests schon abgelegt) bzw. schnorchelt halt einfach nur…

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SEA Games 2015

Zur Zeit sind in Singapur die SEA Games, die 28. Südostasienspiele (South East Asian Games). Das ist Quasi Olympia für Südostasien und findet alle zwei Jahre statt. Nach Myanmar 2013 ist seit 1983 wieder mal Singapur als Ausrichter an der Reihe.

Neben den SEA Games gibt es dann auch noch die Asienspiele, die letztes Jahr in Südkorea stattfanden und – wie Olympia – erst nach 4 Jahren wieder dran sind. Dann in Indonesien. Die Asienspiele dominieren fast logischerweise immer die Chinesen, weswegen die südostasiatischen Nationen vielleicht ganz froh sind, dass sie ihre eigenen Spiele haben.

Im Vergleich zu Olympia gibt es bei den SEA Games auch ein paar – für uns in Europa – „exotische“ Sportarten:

Wir haben uns Tickets für eine ganz klassiche Sportart, nämlich das Schwimmen besorgt. Die Wettbewerbe fanden statt im erst 2014 eröffneten Singapore Sports Hub, welches Stadion, Schwimmarena und Multifunktionshalle – UND (wir sind in Singapur!) natürlich ein riesiges Einkaufszentrum umfasst. Letzteres gehört in Singapur quasi zu jedem noch so kleinen Busterminal dazu. Eine Allianz-Arena wie in München mit drei Würstlbuden und einem FC Bayern-Fanshop würde in Singapur keinen hinterm Ofen hervorlocken…

Wir hatten Tickets für 6 Final-Wettbewerbe, eine bunte Mischung aus Männer- und Frauenwettbewerben, verschiedenen Distanzen und Schwimmstilen und sogar ein Staffelwettbewerb war dabei.

Der heimische „Star“ und die große Hoffnung des Singapurischen Schwimmsports, Joseph Schooling, war zwar in den Wetttbewerben, die wir sehen konnten, nicht am Start, aber es war trotzdem sehr interessant, sowas mal live zu sehen. Und eine Goldmedaille für das Team Singapur gab’s dann in der Damen-Staffel über 4x100m Freestyle auch noch, dementsprechend gut war die Stimmung. Nach knapp 2 Stunden war dann aber auch schon Schluss und wir haben den Abend dann – nach guter, alter Singapurischer Tradition – im Einkaufszentrum in einem Restaurant ausklingen lassen. Denn ohne Essen geht hier ja auch nichts…

Hier ein paar Bilder vom Event:

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Mountain Joy with the JoyRiders

Die meisten Eigenschaften von Singapur waren uns eigentlich von vornherein bekannt. Natürlich ist vieles, was man nur als Tourist und von Dienstreisen kennt, dann etwas anderes, wenn man dauerhaft hier lebt. Aber im wesentlichen waren da keine großen Überraschungen dabei.

Eine der für mich positivsten Überraschungen ist allerdings das Rennradfahren. Da ich in der Arbeit und als Familienvater recht eingespannt bin, bin ich leider mittlerweile zum „Weekend Warrior“ geworden und schaffe aktuell nur Wochenend-Sporteinheiten. Jeden Samstag bin ich um 6:20 Uhr mit meinen Buddies vom „Soul Train“ unterwegs, sonntags um 6:00 Uhr mach ich „Hill Climbing“ mit Rudi und Chor Yong. Seit Januar bin ich so schon mehr als 2.500km durch Singapur geradelt…

Vor allem die Samstags-Ausfahrt macht mir wahnsinnig viel Spaß und ich freue mich spätestens ab Mittwoch darauf. Da treffe ich immer diesselbe Truppe von Leuten, eine bunte Mischung aus Expats und Singapurern. Der Start ist vergleichsweise spät (alternativ könnte ich um 5:20 Uhr starten oder mich sogar schon mit ein paar Freaks um 4:40 Uhr zum „Warm-Up“ treffen), ich kriege immer eine Prise Meerluft von der East Coast ab und der Ride endet dann im East Coast Lagoon Food Center, wo ich mir dann meistens eine Kokosnuss, eine Sojamilch und einen Lime Juice reinpfeife. Von dort sind es dann noch 15km lockeres Heimfahren, so dass ich in Summe an einem Samstag auf schlappe 85km Distanz komme. Und auf Grund des frühen Starts hat man dann – leicht geschafft natürlich – den ganzen Tag noch vor sich.

Meistens fahren dann pro Ride so ca. 30 Biker im Pulk (man kommt sich vor wie im Peloton der Tour de France) über Singapurs Straßen.

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Wie überall auf der Welt gibt es dann natürlich auch den einen oder anderen Zwist mit den Autofahrern, die sowas natürlich überhaupt nicht verstehen können. Die Ansicht, dass Fahrradfahrer nicht auf die Straße gehören (weil sie ja auch keine Road Tax und für kein Certificate of Entitlement COE bezahlen) ist tatsächlich sehr weit verbreitet. Auf Facebook liest man dann auch hin und wieder mal einen Kommentar à la „Die würde ich gerne mal runterschubsen von der Straße, damit sie ihre Lektion lernen“, aber zum Glück ist nichts passiert.

Da Singapurer auch sehr technik-affin sind, werden beim Biken dann auch hin und wieder die Smartphones gezückt und Fotos bzw. Videos geschossen, die dann zu Hause auf dem PC zu kleinen Kunstwerken zusammengebaut werden:

Sonntags mach ich dann meistens „Hill Climbing“. Da radeln wir uns erst ca. 40km ein und dann werden die wenigen und eigentlich lächerlichen Hügelchen der Insel erklommen: Rifle Range, Bukit Chandu, die Gegend um die National University of Singapore (NUS), Telok Blangah Hill und Mount Faber, der mit seinen knapp 100m über Meereshöhe in dem Sinne kein „Berg“ ist, aber halt so heißt.

Das Hill Climbing hat man erst vor ca. einem Jahr eingeführt, um für die größeren Berge zu trainieren. Solche größeren Berge befinden sich dann in Malaysia, wo man durchaus die 1.500m-Grenze mit dem Rennrad überschreiten kann. Wenn’s um die Berghöhe an sich geht, gibt es in Westmalaysia bzw. der Halbinsel von Malaysia (wo Singapur praktisch den Südzipfel bildet) die höchste Erhebung mit knapp 2.200m, den Gunung (=Mount) Chamat. Im östlichen Teil Malaysias, was allerdings von Singapur aus recht weit entfernt ist, kann man dann auf dem Gunung Kinabalu sogar über 4.000m kraxeln. Dort gibt es dann auch den höchsten Klettersteig der Welt auf über 3.500m Meereshöhe.

Ende April hatte ich dann zum ersten Mal das Vergnügen, mal einen höheren Berg als den Mount Faber zu erstrampeln. An einem Freitag um 5 Uhr morgen haben ca. 25 Fahrradfreunde aus aller Welt (neben den Singapurer waren die Holländer komischerweise zweitstärkste Fraktion) einen Doppeldeckerbus bestiegen: unten wurden die Fahrräder verstaut, oben konnte man es sich dann bequem machen für die ca. 5-stündige Fahrt nach Kuala Lumpur, von wo wir nach einem Nasi Lemak-Mittagessen und kurzer Anverdauung dann zur ersten (kürzeren) von 3 Tagestouren (mit teilweise recht knackigen Anstiegen) aufgebrochen sind.

Hier ein paar Impressionen. (Wie immer beim Rennradfahren ist die Geschwindigkeit so hoch, dass man eigentlich keine vernünftigen Fotos schießen kann. Leider.)

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Singapore Roadbiking – mit freundlicher Unterstützung

Nachdem mein erster Versuch, Singapur auf dem Rennrad auf eigene Faust zu erkunden, nur so halb erfolgreich war, habe ich mir für das nächste Wochenende vorgenommen, mich mal einer der verschiedenen Rennradfreak-Gruppen anzuschließen. Die gibt es wie Sand am Meer und auch bei meinem ersten Ausritt haben mich diverse „Pelotons“ überholt.

Meine Wahl ist dann auf die Joyriders.sg gefallen.

Joyriders„Chefin“ ist Joyce, eine Sportverrückte. Joyriders.sg ist auch kein Verein, sondern nur eine lose Gruppe Gleichgesinnter. Man kauft sich bei Joyce ein Trikot, das man immer bei den gemeinsamen Ausfahrten tragen muss, und dann geht’s schon los.

Es werden täglich außer montags (!) Fahrten angeboten, teilweise mit mehreren „Trains“ – vorne die schnellen Jungs und dahinter dann eine langsamere Gruppe (bzw. „Recovery Ride“ genannt). Alleine am Samstag kann man zwischen 6 Streckenvarianten wählen – vom Newbie Weekend Ride über 40km bis zum Round Island Ride über 120km). Wochentags geht’s um 5 Uhr morgens los (Anfahrt zum Treffpunkt natürlich noch nicht eingerechnet), am Wochenende kann man länger „ausschlafen“: Start um 5:20 Uhr samstags und 6:20 Uhr sonntags.

Ich bin am Sonntag dann die 65km Nordwest-Schleife gefahren. Dafür, dass sie es „Recovery Ride“ genannt haben, waren die ca. 70km (inkl. Anfahrt und Rückfahrt) mit 28er Schnitt und 250hm gar nicht so ohne. Und neu für mich war vor allem das Fahren in der Gruppe. Dafür ist das aber deutlich sicherer als ein Ausritt alleine und man hat auch an der Ampel jemanden zum Quatschen.

Im März fährt die Gruppe 5 Tage zum Biken nach Bali, mehrmals im Jahr geht’s über ein Wochenende nach Malaysia in die Highlands zum Bergtraining und im Mai wollen sie für 1 Woche zum Giro d’Italia und diversen Gruppenausfahrten fahren… Na, ob ich bei letzterem unbedingt mitwill?

Ich bin auf alle Fälle nächstes Wochenende wieder dabei! Dann zur East Coast. Ob ich mir die 5-Uhr-Rides während der Woche gebe, weiß ich noch nicht…

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Nach der Tour gibt’s dann eine gemeinsame Stärkung im Hawker Center: Coconut Juice statt Weißbier…

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Singapore Roadbiking – auf eigene Faust

Letztes Wochenende habe ich mich dann aufgerafft und bin meine erste Rennrad-Tour gefahren. Da ich natürlich keine Ahnung habe, wo man hier langfahren kann und ich auch anfangs etwas Respekt vor dem Verkehrsaufkommen generell und dem Linksverkehr im Besonderen hatte, hab ich mir aus dem Internet ein paar GPS-Tracks gezogen. Damit habe ich dann mein Garmin gefüttert.

Gestartet bin ich um 7:30 Uhr – was sich im Nachhinein als viel zu spät herausgestellt hat. Zwar schläft auch der Singapurer am Wochenende mal aus, aber auch Singapur ist eine „city that never sleeps“. Zuerst ging’s Richtung Norden in Richtung Mac Ritchie Reservoir.

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Von dort dann auch mal über ein paar kleinere Sträßchen – und das gleich mit Urwald-Feeling. Ich war begeistert!

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Leider hat mich mein Track dann auf einen der Expressways geführt, was anfangs noch OK war, da ich dachte, dass das nur eine kurze Strecke wäre. Leider bin ich dann kilometerlang auf dem Standstreifen dieser Stadtautobahn gefahren und irgendwann wurde es mir dann zu bunt und ich habe meinen ursprünglichen Track aufgegeben.

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Dann habe ich auf eigene Faust eine schöne Strecke gesucht. Und auch ein paar schöne Ecken gefunden – vor allem rund um das Upper Seletar Reservoir.

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Worauf man aufbauen könnte sind ggf. die sogenannten Park Connectors, die – wie der Name sagt – verschiedene Parks in Singapur verbinden und damit zusammenhängende Wanderungen und Fahrradtouren möglich machen. Das Netz ist derzeit noch löchrig, wird aber schrittweise ausgebaut. Dafür sind die Park Connectors komplett autofrei.

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Alles in allem sind dann doch fast 50km zusammengekommen. Allerdings eine Route kreuz und quer durch den Norden Singapurs und definitiv noch verbesserungswürdig.

Fazit:
Es hat Spaß gemacht, wieder mal auf dem Rennrad zu sitzen. Und das vor allem im Dezember – da war das Bike in Deutschland definitiv schon eingewintert. Ich werde aber wohl nochmal an meinen Tracks feilen müssen. Sicher kann man etwas ruhigere Strecken finden. Vor allem aus den Park Connectors lässt sich wahrscheinlich was machen. Die müssen nur intelligent kombiniert werden. Und dann muss ich früher los: 7:30 Uhr ist einfach schon zu spät. Da rollt der Verkehr schon zu stark und die Sonne sticht dann später am Vormittag auch schon ziemlich runter.

Ggf. brauche ich auch noch Unterstützung anderer Art

Sport in den Tropen

Vor ein paar Monaten, als wir noch in Deutschland waren, hat mich ein Kollege gefragt, wie ich das denn jetzt in Singapur mit dem Thema Sport so handhaben würde. Ich müsse ja dann wohl alles „indoor“ machen, weil bei den Temperaturen und vor allem der hohen Luftfeuchtigkeit ginge das ja gar nicht anders.

Hier mein erstes Fazit, wobei zu Bedenken ist, dass wir derzeit mitten in der „Rainy Season“ sind und es vergleichsweise „kühl“ ist, was einem natürlich im Jahreszeitenvergleich mit Deutschland wie ein Witz vorkommen muss (es ist aber wirklich so, dass es zeitweise richtig angenehm draußen ist, v.a. nach einem heftigen Regenschauer):

Laufen
Ist in der Tat nicht so einfach. Das liegt aber vor allem an unserem Wohnort und weniger an den klimatischen Bedingungen. Von Novena aus müsste man entweder hoch zum Mac Ritchie Reservoir laufen, was aber mit Mac Ritchie-Schleife dann schon fast ein Halbmarathon werden würde. Alternativ könnte man noch hier durch die Nachbarschaft laufen und zum Botanischen Garten, aber auch hier muss man zuerst an relativ großen Straßen langlaufen und das ist – isarverwöhnt – nicht so mein Ding.

Von unserer Übergangswohnung aus konnte man sehr schön am Singapore River entlanglaufen:
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Das ist dann sogar noch mit kostenlosem Sightseeing – einmal rund um die Marina Bay und unten am Marina Bay Sands Hotel vorbei.

Die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit sind allerdings dann schon spürbar. Am besten man startet so früh wie möglich. So wurde beispielsweise der Standard Chartered Singapore Marathon Anfang Dezember für die 42km bereits um 5 Uhr morgens gestartet. Ich bin dann für den Halbmarathon um 6:30 Uhr drangewesen.

Sentosa

Ich bin zwar unter dem Minimalziel (2 Stunden) eines jeden Halbmarathon-Läufers geblieben, aber mit 1:57h nur knapp. Das war in meiner Läuferkarriere bisher der langsamste Halbmarathon überhaupt und über 20min langsamer als meine Bestzeit. Es war wirklich auch früh morgens schon wahnsinnig schwül und ich musste auch jeden der 6 Trinkstopps wahrnehmen, was dann auch Zeit gekostet hat. An Bestzeiten ist hier wahrscheinlich nicht zu denken.

Schwimmen
Bietet sich natürlich an. Unser Pool ist relativ lang (geschätzte 30m mindestens) und bisher nicht recht stark frequentiert. Allerdings haben wir ihn bisher eher zum Abkühlen benutzt und weniger zum Bahnenschwimmen. Aber das steht noch auf meiner Vorsatz-Liste fürs neue Jahr. Auch Veronika will nun Kraulen lernen und wir schauen gerade, nach einem passenden Kurs für sie.

Alternativ geht natürlich immer das Laufband. Da wir zwei Laufbänder im Condo haben, ist das natürlich auch ganz praktisch. Aber Überwindung kostet auch das Laufband immer. Bisher fahre ich auch mit meinem Intervalltraining (1min Sprint gefolgt von 2min Traben, inkl. Warm-Up dann über 30min) ganz gut.

Rennradfahren
Der Verkehr lädt auf den ersten Blick nicht dazu ein und die Temperaturen auch nicht. Ich hab mein Pferd aber dabei und habe auch schon mal einen „Ausritt“ darauf gemacht. Auf eigene Faust und „organisiert„.

Fitness
Gewichte fressen kann man überall. Wir haben hier ein Fitnessstudio in der Nähe, für das wir uns angemeldet haben. Ich – so der Vorsatz – gehe da regelmäßig hin und hebe ein paar Gewichte. Vroni bucht sich regelmäßig – so ihr Vorsatz – in die Spinning Classes ein. Bisher fehlt mir noch der Rhythmus und teilweise finde ich den Laden etwas zu voll mit kleinen Asiaten, die wahrscheinlich zu oft meinen Lieblingsfilm Pumping Iron mit Arnold Schwarzenegger gesehen haben. Unglaublich, was für Hulks da rumlaufen… Und das schon um 7 Uhr morgens, wo in München nur ein paar wenige Hartgesottene um diese Zeit das Fitnessstudio bevölkert hatten.

Zusammenfassung:
Es geht alles und ist teilweise nur (wie immer und überall) eine Frage des inneren Schweinehunds. Was grundsätzlich positiv ist: Auch zu unchristlichen Uhrzeiten von 6 Uhr morgens oder früher kann man in Flip-Flops mit Sporttasche aufbrechen. Man muss sich nicht noch wegen der winterlichen Kälte motivieren. Und irgendwie ist man durch das Wetter nicht so limitiert wie in Deutschland: Hier regnet es mal und dann isses auch wieder gut. Ein paar Mal hat es mehrfach über den Tag verteilt geregnet, aber das ist eher die Ausnahme. Und dann kommt schon wieder die Sonne…

Let’s roll!