Dschungel in der Stadt – na ja, fast…

In den letzten Wochen ist das Wetter wieder „besser“ geworden – wobei ich ja schon beschrieben habe, dass das Ansichtssache ist (manche Locals hier finden den Regen richtig toll). Es ist jetzt viel sonniger und trockener. Wobei das trockenere Wetter auch Probleme mit sich bringt: erste Anzeichen von Wasserknappheit und schlechtere Luftqualität (der sogenante „Haze“). Zu letzerem schreiben wir sicher im Laufe des Jahres noch was, denn das kann manchmal zum richtigen Problem werden.

Aber es ist von den Temperaturen her weiterhin vergleichsweise angenehm, da immer ein kleines Lüftchen weht. Und daher haben wir an einem der letzten Wochenenden mal einen kleinen Spaziergang zum MacRitchie Reservoir gemacht. Das ist ziemlich großer Stausee mitten in der Stadt und nur ein paar Minuten mit dem Bus nördlich von Novena, wo wir wohnen:

Natürlich waren wir an einem Sonntag nicht die einzigen, die auf die Idee gekommen sind, dorthin zu fahren. Überhaupt ist der MacRitchie-Stausee sehr beliebt für jegliche Art von Outdoor-Aktivität: Man joggt (wahlweise mit oder ohne Trinkrucksack), wandert, spaziert, fährt Kanu, etc. Bekannt ist die Anlage auch für seinen TreeTop Walk, wo man auf einer Hängebrücke quasi auf Baumwipfelhöhe ein paar Meter laufen kann. Ich hatte das vor ein paar Jahren mal gemacht, war aber damals nicht so wirklich begeistert. Zu kurz und bis auf den Affen, der auf der Brücke saß, fand ich es eher weniger spektakulär. (Da lob ich mir doch den Waldwipfelweg in Maibrunn bei Sankt Englmar im Bayrischen Wald – spektakulärer, höher, schönerer Ausblick, dafür aber ohne Affen…)

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So richtiges Dschungel-Feeling kommt dann im MacRitchie allerdings auch wieder nicht auf: Zwar hat man immer den „Dschungel-Sound“ der Zikaden im Ohr, aber letztlich ist der Stausee einfach künstlich und hat vor allem im Südteil eher Parkcharakter. Trotzdem kann man mit etwas Glück wildes Getier erspähen: Warane waren uns zwar nicht vergönnt (es soll Monitor Lizards geben), aber wir haben eine sehr gut getarnte grüne Schlange erspäht:

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Nach meiner Recherche handelte es sich um eine Grüne (das war einfach!) Peitschennatter. Die ist sogar leicht giftig, aber an und für sich harmlos. Aber sehr nett anzusehen. Kennt man jetzt aus dem Perlacher Forst eher auch nicht…

Affen waren diesmal auch wieder dabei und was für wilde:

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Ansonsten war es einfach ein schöner Spaziergang an einem nicht so heißen Sonntag-Nachmittag:

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Als nächstes werden wir dann mal das Bukit Timah Nature Reserve testen. Vielleicht ist das ja dann echter Dschungel…